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Konstanze Klein (1933 - 2010), seit 1934 ununterbrochen in Berlin-Spandau ansässig gewesen, war verheiratet mit einem vielbeschäftigten Krankenhausarzt. Der Ehe entsprangen drei inzwischen längst erwachsene Kinder, ergänzt durch 5 Enkel. Sie selbst, von Beruf Kindergärtnerin und Hortnerin, nicht ihr Traumberuf, wäre gern Innenarchitektin geworden, was ihr aus nicht von ihr zu vertretenden Gründen verwehrt blieb. Der Malerei, einem zunächst auch unerfüllten Jugendtraum (eine Tante mütterlicherseits war etablierte Malerin), konnte sie sich erst widmen, nachdem die Kinder aus dem gröbsten heraus und die Familie im eigenen Haus seßhaft geworden war. Sie belegte ab 1978 Ölmalkurse an der Volkshochschule Spandau und verfolgte mit akademischem Ernst, wie es eine ihrer Dozentinnen bezeichnete, ihre weitere Ausbildung in Öl, Aquarell, Zeichnen, Pastell, experimentellen Druck- und anderen Techniken durch sich über fast drei Jahrezehnte erstreckende regelmäßige Teilnahme an internationalen Sommerakademien der Freien Kunsthochschule Berlin sowie Kursen, Seminaren und Arbeitstagungen in Fischerhude, Schwarzburg, Kloster Donndorf, der Heimvolksschule Glienicke, Lehnin, Klosterheide, Berlin-Wedding. Ihre Dozenten: Rolf Fässer, Isa Herzog, Johanna Heyder, Michael Morgner, Helga Schulze, Linda Schwarz, Frizzi Zimmer.
Eine erste Ausstellung wurde 1991 in der “Galerie im Hinterhof” zu Berlin-Spandau, Wilhelmstraße möglich. Sie war ein voller Erfolg. Die Eröffnungsansprache bei der Vernissage am 23.11.1991 hielt die Berliner Malerin Helga Anita Schulze: "Verehrte Anwesende, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Galerie Frank und des Hauses Klein, es ist mir eine besondere Ehre und ein Vergnügen, Ihnen eine Frau vorstellen zu dürfen, die vielen von Ihnen gut bekannt ist - aber vielleicht noch nicht von dieser ganz besonderen Seite - eine Frau deren Tagesblauf von gesellschaftlichen Pflichten mit allen Freuden und auch Belastungen bestimmt wird.
Aus dieser Situation heraus, auch, um ein Äquivalent zu haben, wenn Kinder nach und nach das elterliche Haus verlassen und gewisse Freiräume (gedankliche und zeitliche) entstehen, begann Konstanze Klein vor etwa 13 Jahren mit der Malerei. An der Volkshochschule Spandau traf sie sich viele Jahre hindurch mit Gleichgesinnten beim Studium der Farben in Öl und Aquarell. Es entstanden Freundschaften und private Malgruppen daraus, die sich an freien Tagen gemeinsam ans Werk machten. Seminare an der Heimvolkshochschule Glienicke und in Fischerhude sowie die Hinweise ihrer jeweiligen Lehrer ließen langsam die Erkenntnis reifen, daß aus der anfänglichen Freizeitbeschäftigung ein nicht mehr wegzudenkendes Lebenselixier geworden war. Und wie das eben so ist: Je mehr man in eine Materie eindringt, desto mehr spürt man die eigenen Unzulänglichkeiten. Wie hilfreich die kleinen Anstöße von Fachleuten sein können: 'Laß das ängstliche Ausmalen sein, - sondern laß die Farben fließen' hat Konstanze Klein des öfteren mit großem Erstaunen erlebt. Das Wunder, etwas vorher nicht Dagewesenes zu schaffen, erfüllte sie mit tiefer Freude. Ihre Bilder sind weit entfernt von naturalistischer Abmalerei, damit wäre sie nicht zufrieden. Aber was mit so leichter Hand aufs Blatt gezaubert scheint, hat ein intensives Vorleben. Es bedeutet ein Durchdringen der Formen und Farben mit Verstand und Gefühl. Ein gelungenes Aquarell hat manchmal 3-4 Vorläufer, ehe das letzte dann Gnade vor ihrem kritischen Auge findet. Aber es gibt auch solche wundersamen Erlebnise, daß ein Spaziergang genügt - und es entstehen Bilder sozusagen in einem Atemzug, voller Dankbarkeit und Hingabe an die Schöpfung, - wie z.B. 'am Wegesrand', - 'Schilf im November' und 'Sommerausklang'.
Ihren Arbeiten haftet nichts Oberflächliches, all zu Gefälliges an, sie sind wahrhaft erlebt. Und wer ihr beim Malen einmal über die Schulter sehen konnte, völlig dem Spiel mit den Farben hingegeben oder zäh und verbissen mit den Tücken der Perspektive ringend, spürt genau: Hier ist ein Mensch am Werke, der von dieser Leidenschaft nicht mehr lassen kann, der sich nicht mit vordergründiger, dekorativer Formenspielerei zufrieden gibt, sondern mit echtem Gespür für das Künstlerische, mit Ehrlichkeit und Strenge gegen sich selbst eine Welt erschafft, in der Freude und Harmonie zu Hause sind. Unsere eigene Realität braucht solche Paradiese, - und wir brauchen solche Bilder wie die von Konstanze Klein.
Lassen Sie sich einfangen von der Poesie dieser Bilder, und nehmen Sie etwas von dem Leuchten in sich auf und mit nachhause. Wir Danken Frau Konstanze Klein für dieses Erlebnis und wünschen ihr und der ganzen Familie viel Glück; und danken ebenfalls dem Ehepaar Frank (Anm. d. Verf.: die Galeristen), das mit Liebe und Einsatz diese schöne Ausstellung ermöglicht hat”.
Aus der Presse:
“Es war, als würde die Kleine Galerie in der Spandauer Wilhelmstraße zum Treffpunkt der Berliner Kunstszene.... Sie schien aus allen Nähten zu platzen... . Die Ölbilder und Aquarelle sind so sympathisch wie ihre Malerin .... . Konstanze Klein ist eine Künstlerin, die ihr Handwerk versteht, sich Maltechniken und den Umgang mit Farben erarbeitet, von der Pike auf erlernt hat ..... . In jedem Bild steckt viel Gefühl, Liebe zur Malerei und das Verstehen um die Großartigkeit der Schöpfung” (Gazette 12/1991). ---- “Die Motive und Themen ihrer Bilder, die durch einfühlsame Wiedergabe von Stimmungen und Atmosphäre überraschen ....... . Immer wieder inspirieren sie Eindrücke aus der Umgebung Berlins. .... Insbesondere die brillianten Blumen sprechen in eindringlicher Farbgebung” (Spandauer Volksblatt 28.11.1991). ---- “Ölbilder und Aquarelle der erst spät zur Malerei gekommenen Spandauerin ...... . Was sie künstlerisch dargestellt hat, kann sich sehen lassen” (Lokalanzeiger Siemensstadt Dezember 1991). -----
Von den 73 ausgestellten Exponaten wurden 31 verkauft.
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Es folgten zahlreiche eigene und Gemeinschaftsausstellungen, oft an den Kurs- und Seminarorten.
Zuletzt durch schwere Krankheit gezeichnet, hat meine Frau in einem 32 Jahre währenden Malerleben eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht von der anfangs fast rein gegenständlichen Darstellung über eine allmähliche Auflösung strenger Formen bis schließlich hin zur totalen Abstraktion. Erst kürzlich hat ein sachverständiger Kenner dem betrachteten Nachlaß der Malerin, von dieser Entwicklung überrascht, hohe Anerkennung zugemessen.
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W. K.
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